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03.03.2001   Club - Arminia Bielefeld  2:1 (2:0)
Club macht weiteren Schritt in Richtung erste Liga 

Ist der Club zuhause unschlagbar ? Wird er auswärts immer schwächer ? Werden die Spieler aufgrund des fast sicheren Aufstiegs leichtsinnig? Fragen, die in den letzten Wochen immer wieder durch den Raum geisterten. Vielleicht auch deshalb, weil der Club kaum mehr für sensationsheischende Überschriften taugt, sondern als nunmehr professionell geführter Verein, seine Antworten im sportlichen Bereich liefern will. Dieses ist an diesem Wochenende wiedereinmal gelungen. Der Club behält seine weiße Weste im heimischen Stadion, aber noch wichtiger ist die Art, wie der Sieg herausgespielt wurde. Der Sieg der "Cluberer" war zu (fast) keiner Zeit gefährdet und hätte um ein oder zwei Treffer höher ausfallen können.
Die Spieler haben die Herausforderung ihres Trainers angenommen, denn Augenthaler drohte bei mangelndem Einsatz jedem Einzelnen mit einem Platz auf der Tribüne.
Was bleibt ist der Schlendrian, der sich beim Club immer wieder mal einschleicht, aber das Kapitel 2. Liga dürfte mit diesen Mannen endgültig abgehakt sein.

Im Anschluss an das Spiel gab Manager Edgar Geenen noch die lange angekündigte Verpflichtung eines Stürmers bekannt. Es handelt sich um Marko Villa von Panathinaikos Athen. Der 22-jährige Marko Villa war bereits bei Borussia Mönchengladbach (noch zu Bundesligazeiten) und beim österreichischen SV Ried aktiv. Weiterhin konnte er sich in der U-21 Nationalmannschaft bereits erste Sporen verdienen.

Zum Spiel:
Der Club war von Anfang an die spielbestimmende Mannschaft. Die Arminia fand von Anfang an nicht ins Spiel. Stoikos Stoilas organisierte zunächst das Spiel des Club mit großer Umsicht. Der ruhige Spielaufbau, der nur phasenweise von den Bielefeldern nachhaltig gestört werden konnte, wurde in der 20. Minuten belohnt, als Louis Gomis nach einer präzise Flanke von Jacek Krzynowek mit einem artistischen Scherenschlag den Ball zum 1:0 im Bielefelder Tor unterbrachte und damit seinen 8. Saisontreffer erzielte. Nur zwei Minuten später war Christian Möckel, wiederum auf Vorarbeit von Krzynowek, zur Stelle, um zum 2:0 einzuschießen. Der Club blieb in der Folge drückend überlegen und hatte mehrere klare Chancen, die allesamt nicht verwertet werden konnten. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit wurde die Partie zunehmend ruppiger von Seiten der Arminia geführt, doch die Cluberer ließen sich zunächst davon nicht beeindrucken.
Den Schlusspunkt hinter einer überragende Halbzeit setzte Thomasz Kos, der in der 44. Minute einen Freistoß nur knapp über die Querlatte setzte. Bezeichnend für die Verteilung der Spielanteile, dass die Bielefelder erst in der 45. Minute zu ihrem ersten Eckstoß kamen, der aber nichts einbrachte. 

Die zweite Halbzeit begann zunächst, wie die erste geendet hatte. Der Club bestimmte und kontrollierte das Spiel. Die von Benno Möhlmann trainierte Arminia schien keinerlei Rezept gegen das Spiel des Clubs zu finden. Spielmacher Markus Weissenberger war bei Armin Störzenhofecker komplett abgemeldet und die Arminia "Star-Senioren" Labbadia und Sternkopf, erst in der 62. Minute eingewecheselt, blieben blass.
Doch der Club machte sich das Leben schließlich selber schwer. Immer lässiger wurden die Clubspieler, die Bälle wurden leichtfertig verspielt, die Linie ging verloren. Weder Stoilas, noch Krzynowek konnten dem Spiel zu diesem Zeitpunkt ihren Stempel aufdrücken. Die Folge war der Anschlußtreffer in der 69. Minute durch Artur Wichniarek zum 2:1. Obwohl auch dieser Treffer eigentlich mehr dem Zufall zuzuschreiben war, zeigte der Club Nerven. Es folgten zehn Minuten, in der man etwas Sorge um die Clubführung haben musste. Allerdings hatte alleine Krzynowek noch zwei Mal die Chance das erlösende 3:1 zu erzielen. Sein Freistoßknaller konnte Arminia-Keeper Hain gerade noch über die Querlatte lenken und in der letzten Minute kratzte ein Bielefelder seinen strammen Schuss noch von der Linie. Schließlich schaukelte der Club das Spiel doch noch sicher nachhause.

Fazit:
Zwölf Heimspiel - Zwölf Siege. 54 Punkte nach 23 Spieltagen auf dem Habenkonto. Mindestens 15 Punkte Abstand zum Nicht-Aufstiegsplatz. Die Zahlen sprechen für sich. Der Club marschiert im Sauseschritt auf die erste Liga zu. Die ominösen 60 Punkte könnten nun kurioserweise gerade beim Derby gegen die Greuther Fürth eingefahren werden. Davor müßte es aber einen Auswärtssieg gegen Borussia Mönchengladbach am nächsten Montag geben. Also lassen wir es in aller Ruhe angehen und freuen uns auf die nächsten Spiele und noch möglichst viele Erfolge des Club ! 

Autor: R. Hackner   Quelle: www.guenther-koch.de

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16.02.2001   Club - Stuttgarter Kickers 2:1 (1:1)
Mit Glück über die 50-Punkte-Grenze

 

Mäßige spielerische Fußballkost wurde heute im Frankenstadion geboten, aber trotzdem hatte das Spiel des Spitzenreiters gegen das Tabellenkellerkind Stuttgarter Kickers seine unterhaltsamen Momente.
Klaus Augenthaler musste sein Team aufgrund der Roten Karte von Kos umstellen und setzte auch die in Reutlingen wenig überzeugenden Günther und Beliakov auf die Bank.
In der Abwehr rückte der erneut stark spielende Rajko Tavcar auf die rechte Außenverteidigerposition von Nikl, der tschechische Nationalspieler übernahm die Rolle von Kos. Im Mittelfeld konnte Stoilas nach Absitzen der Gelbsperre wieder mitwirken, im Sturm brachte Augenthaler von Beginn an Louis Gomis für Beliakov.
Die überraschenste Umbesetzung aber sicherlich im Tor der Nürnberger: Andreas Köpke konnte wegen einer Trainingsverletzung nicht spielen, so dass Ersatzkeeper Darius Kampa zu seinem 3. Einsatz in dieser Saison kam. Und der junge Keeper sollte heute für ausreichend Gesprächsstoff sorgen ...

Zum Spiel:
Der Club in den ersten Minuten bemüht mit spielerischen Mitteln frühzeitig Druck auf die Gästemannschaft auszuüben. Vorallem Frank Wiblishauser, der die Niederlage in Reutlingen durch sein Handspiel im Strafraum mit verschuldet hatte, versuchte durch steile Pässe auf der linken Seite Krzynowek und Möckel in Szene zu setzen.
Bereits in der 6. Minute zeigten die Kickers aber, dass sie sich nicht verstecken wollten: mit Konterfussball und langen und hohen Bällen kamen die schnellen Stürmer, allen voran Silvinho, ein ums andere mal gefährlich Richtung Nürnberger Tor. Die erste gute Chance für die Cluberer hatte der offensiv eingestellte Tavcar. Sein Schuss aus 25 Meter halbrechter Position geht 5 Meter am rechten Torpfosten vorbei. In der 8. Minute die erste einer Vielzahl von Torwartunsicherheiten des heutigen Spiels: Kickers-Keeper Bernd Klaus schlägt einen Abschlag direkt in hohen Bogen ins Aus. Der Einwurf des Clubs an der Mittellinie wird von der Gäste-Abwehr abgefangen und sofort schaltet die Gäste-Mannschaft auf Angriff um. Ein langer Pass auf den in die Gasse gestarteten Torsten Ziegner leitet den nächsten gefährlichen Konter ein, doch der umsichtige Nisse Johansson kann im letzten Moment dazwischen gehen. Die erste Ecke für die Zobel-Mannschaft bringt erneute Gefahr in die heute sehr unsicher wirkende Nürnberger Hintermannschaft. Alexander Blessin steigt am langen linken Eck zum Kopfball hoch, der Ball fliegt aber haarscharf am gegenüberliegenden Pfosten vorbei.
Der Club bemüht das Spiel zu kontrollieren: in der 11. Minute scheitert Christian Möckel, wie so oft, nach schönem Pass von Tavcar in den 16er am Stuttgarter Schlussmann. Zwei Minuten später eine schöne Kopfballstafette von Möckel auf Gomis, der lässt per Kopf auf den links in den Strafraum stürmenden Krzynowek abtropfen, doch dessen scharfer Volleyschuß geht rechts am Gästegehäuse vorbei. Mit dem nächsten Nürnberger Angriff die dritte gute Chance in Folge: Frank Wiblishauser zieht auf der linken Seite aus rund 25 Metern einfach ab. Der Ball zischt durch die komplette Abwehrkette, schwer erkennbar für Torwart Klaus, aber dann auch knapp am rechten unteren Eck vorbei.
Im Gegenzug die sicherlich kurioseste Aktion des heutigen Spiels. Nisse Johansson spielt in der 18. Minute bedrängt von Blessin einen Ball zurück auf Darius Kampa. Der Nürnberger Keeper lässt mit einem schönen Trick (den er schon in einem anderen Heimspiel gezeigt hatte) den Stuttgarter Spieler ins Leere laufen. Doch statt den Ball danach aus dem 16er zu schlagen, führt er den Ball solange am Fuß, bis ihn der vorher ausgespielte Blessin von hinten weggrätschen kann. Die abspringende Lederkugel landet genau beim freistehenden Borislav Georgiev, der unbedrängt zum 1:0 einschieben kann.
Der Club durch das Tor ziemlich verunsichert, aber immer noch mit Chancen: In der 22. Minute stürmt Stefan Leitl, der außer wenigen Szenen ziemlich untertauchte, in den Strafraum und wird vom Gegenspieler am Trikot zu Boden gerissen, rappelt sich wieder auf und flankt in die Mitte, wo kein Nürnberger Stürmer an den Ball kommt. In dieser Szene hätte der Club durchaus einen Elfmeter bekommen können.
In der 24. Minute erneuter Fehler des noch immer völlig verunsicherten Köpke-Ersatzes: Nach einem langen Pass Richtung Nürnberger Tor zögert der junge Keeper zu lange mit dem Herauslaufen und Silvhino kann den Ball ersprinten und an den in der Mitte mitgelaufenen Blessin passen. Marek Nikl kann in letzter Not noch vor dem einschußbereiten Stürmer klären.

Die Führung der Gäste zu diesem Zeitpunkt durchaus berechtigt.
In der Folgezeit entstehen gefährliche Situationen meist durch individuelle Fehler in der Nürnberger Hintermannschaft: in der 32. Minute verliert der Abwehrchef Nisse Johansson ein Kopfballduell als letzter Mann und Silvinho scheitert am herauslaufenden Kampa, der damit seinen Fehler wieder etwas beheben konnte. Bei der anschließenden Ecke bekommen die Nürnberger erneut nur mit Mühe den Ball aus dem 5-Meterraum - Stuttgart dem 2:0 näher als die Cluberer dem Ausgleich.
Die erste Club-Ecke nach 35 Minuten (!) bringt die Erlösung für die inzwischen sehr still gewordene Nordkurve: Stoikos Stoilas bringt die Ecke von links direkt an den 5-Meter-Raum, Louis Gomis springt höher als Keeper Klaus und bringt den Ball zum 1:1 Ausgleich ins Netz. Der Nürnberger Stürmer erzielte damit bereits seinen 7. Treffer im 13. Einsatz, wenn auch unter tatkräftiger Hilfe des Gästekeeper, der diesen Ball sicher wegfausten musste. Die Cluberer die letzen Minuten bis zur Halbzeit jetzt wieder etwas geordneter und mit der Chance zum Führungstreffer.Der Ball landet nach einem Schuss von Tavcar bei Christian Möckel, doch der schafft es nicht den Ball aus 12 Meter linke Position an Klaus vorbei ins Tor zu schieben.
Der spielfreudige Nürnberger Stürmer ist vorne zwar enorm aktiv und bietet sich häufig an, schafft es aber nicht die vielen Chancen in Tore zu verwandeln. Seine Torquote derzeit 0,33 Tore/pro Einsatz, im Vergleich dazu Gomis 0,54 Tore/pro Einsatz wesentlich effektiver (Driller 0,61 Tore/Einsatz).

Unzufrieden verabschieden die Nürnberger Fans ihre Mannschaft in die Pausenkabine, wo Klaus Augenthaler wohl sehr motivieren musste. Doch die Gäste aus Stuttgart machten da weiter wo sie aufgehört hatten: mit aggresiver Deckungsarbeit und schnellem Spiel nach vorne. Die ersten Chancen deshalb auch auf Seiten der Gäste: Christian Fiel verfehlt bei einem Volleyschuss nur knapp das Nürnberger Tor, zwei Minuten später spielt Tavcar wieder einen gefährliche Rückgabe auf Kampa, doch dieser kann diesmal gegen den heranstürmenden Blessin sicher klären.


Der Spitzenreiter versucht mit zunehmender Spielzeit wieder stärker nach vorne zu spielen, was sich nach 54. Minuen auch im Eckenverhältnis ausdrückt: die Mannschaft gleicht mit 4:4 Ecken aus. In Anschluss an die 4. Ecke von Kapitän Stoilas von der rechten Seite getreten, bringen die Kickers den Ball nicht aus der Gefahrenzone und die Kugel kommt zu Krzynowek auf die linke Außenbahn. Der Pole kommt frei zum Flanken, doch der Ball dreht sich vollkommen überraschend für Keeper Klaus Richtung Tor und landet zum 2:1 Führungstreffer im langen rechten Toreck. Sicherlich kein gewollter Treffer und zumindestens haltbar - der Club damit aber mit viel Glück und zu diesem Zeitpunkt etwas unverdient mit 2:1 in Front.
Die Kickers ereilte damit das gleiche Schicksal wie die Cluberer letzte Woche in Reutlingen: wer viele Chancen auslässt verliert eben auch solche Spiele. Trainer Zobel konnte in der Pressekonferenz auch nur feststellen, dass die Mannschaft bis zur 33. Minute eigentlich 3:0 führen müsste. Der Club hätte in Reutlingen zur Halbzeit auch 3-4 Tore im Vorsprung liegen müssen - beide Spiele gingen aber für die phasenweise überlegene Mannschaft verloren.

In der 58. Minute ist es erneut eine Ecke von Stoilas die Gefahr vor das Kickers Tor bringt, aber Christian Möckel setzt seinen Kopfball aus 4 Meter knapp am linken Pfosten vorbei. Die Gäste steckten keineswegs auf und kämpften weiter um wichtige Punkte gegen den Abstieg. Nach einem Freistoss von Weinzierl von der linken Seite, köpft der im Strafraum ungedeckte Christian Kritzer den Ball knapp am linken Alupfosten vorbei. Nur eine Minute später erneut gute Flanke von links in den Nürnberger Strafraum, aber Kampa hat aufgepasst und fischt den Ball sicher herunter. Augenthaler reagiert und bringt für den abbauenden Leitl Jesus Junior für die rechte Seite, der aber in den letzten 30 Minuten auch nicht mehr in das zerfahrene Spiel findet. In der 62. Minute versucht Weinzierl das Kunststück von Krzynowek nachzumachen: er zieht seinen Freistoss 20 Meter auf der linken Seite aus aus steilen Winkel direkt aufs Nürnberger Gehäuse, doch Kampa hat aufgepasst und kann den Ball über die Latte befördern.


Auf der Gegenseite bringt Jacek Krzynowek in der 72. Minute einen Freistoss von der linken Seite auf den Kopf von Möckel, doch auch dieser Kopfball geht knapp über das rechte obere Toreck. Die Stuttgarter jetzt mehr und mehr mit Konzentrationsschwächen. Möckel flankt nach schönem Zuspiel von Stoilas völlig planlos an den Stuttgarter 5-Meter-Raum, wo nur Torsten Ziegner steht, doch der köpft den Ball - überraschend für die Zuschauer - völlig unbedrängt zur Ecke.

Wer von den Fans geglaubt hatte der Club spielt die Partie jetzt sicher nach Hause wurde bereits eine Minute später überrascht. Nach einem unnötigen, wenn auch unglücklichen Foul von Gomis an Carsten Keuler an der Mittellinie erhält der Nürnberger Stürmer zurecht die Gelb-Rote-Karte.
Der Club nun mit kämpferischen Mittel bemüht die Führung mit 10 Mann zu verteidigen. In der 80. Minute bekommt Blessin, der eine tolle Partie gespielt hat, eine 100%-Chance zum Ausgleichstor. Doch der Stürmer bringt den Ball aus 10 Meter alleinstehend vor Darius Kampa zur Freude der Nürnberger Fans nicht im Gehäuse unter. Vier Minuten später ein ähnliches Bild. Christian Möckel wird von Stoilas kurz vor dem 16er freistehend angespielt und rennt Richtung Gästetor. Doch Bernd Klaus schafft es im Herauslaufen den eigentlich sehr schnellen Möckel auf die linke Strafraumseite abzudrängen. Erneut versiebt der Angreifer damit eine gute Chance, was sich dieses mal im Endergebnis aber nicht auswirken sollte.
Mit zwei taktischen Wechsel versucht Augenthaler Zeit zu gewinnen und die Kickers haben auch nur noch eine gute Chance zum Ausgleich: Freistoss-Experte Markus Weinzierl zieht den Ball aus 16er Meter über die Nürnberger Mauer, aber auch knapp über die Latte.
Mit Glück und Kampfgeist gegen Ende des Spiels rettet der Tabellenführer die wichtigen 3 Punkte und behält seine weiße Weste im Frankenstadion.

Fazit:
Der Club überspringt mit seinem 11 Heimsieg die 50-Punkte-Grenze und führt die Tabelle überlegen mit 51 Punkten an. 3-4 Siege aus den letzten 12 Spielen sollten den Club zum Aufstieg reichen.
Grund zur großen Euphorie besteht wohl trotzdem nicht, zeigte die junge Mannschaft nun schon im zweiten Spiel hintereinander, dass sie den Wegfall von Spielern wie Driller, Stoilas, Kos, Köpke oder auch Jarolim nicht so leicht wegstecken kann.
Bleibt abzuwarten, ob es Klaus Augenthaler in der restlichen Saison schafft, die vielen Fehler die ihm immer wieder auffallen noch auszuräumen.
In der Bundesliga können Spiele mit so vielen individuellen Fehlern wie heute durchaus verlorengehen

Autor: R. Hackner   Quelle: www.guenther-koch.de

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02.02.2001   Club - Waldhof Mannheim 1:0 (0:0)
Wenig überzeugendes Spiel, aber 10. Heimsieg!
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Bei meinem Fazit zum 4:1 Auswärtssieg gegen Mannheim in der Vorrunde schrieb ich: "Mit Waldhof Mannheim wurde sicherlich eher ein schwächerer Gegner geschlagen, d.h. es besteht noch lange kein Grund zur Euphorie auf einen leichten Durchmarsch, wie man sie bei einigen Fans schon wieder hören kann ..."

Beide Ansichten des 3. Spieltages sind wohl inzwischen überholt:
Durch den 10. Heimsieg im 10. Spiel im Frankenstadion bauten die Cluberer ihren Vorsprung auf 16 Punkte vor dem 4. Plazierten aus. Zwar steht noch kein Aufstieg fest, aber es gibt zumindestens genügend Grund für den derzeitigen Lieblingsschlachtruf der Nordkurve: "Nie mehr 2. Liga!"

Doch zum Zweiten zeigte die Mannheimer Gästemannschaft vor 15.000 frierenden Fans, warum sie derzeit auf den 5. Tabellenplatz steht und keineswegs wie am 3. Spieltag angenommen zu den schwächeren Teams der Liga gehört.

Zum Spiel:
Die Spieler von Uwe Rapolder zeigten sich die ersten 15 Minuten enorm defensiv und vorsichtig, der Club gewillt ein frühes Tor zu erzielen. Bereits die 1. Ecke von Rechts durch Stoilas ans kurze Eck sorgt in der 2, Minute für etwas Unordnung in der Gästeabwehr. Drei Minuten später ein schöner Freistoss-Trick an der linken Außenseite: Sven Günther legt kurz auf die linke Außenbahn zu Krzynowek, doch dessen scharfe Flanke kann von der kopfballstarken Abwehr zur 4. Ecke für den Club (nach 5. Minuten!) geklärt werden.
In der 14. Minute erneut ein Angriff über die linke Seite: Jacek Krzynowek flankt an das lange Eck des 5-Meterraumes wo Stoikos Stoilas zum Kopfball hochsteigt, doch Schiri Manfred Haupt pfeift wegen Foul des Bulgaren ab.
Damit war die Angrifflust der ersten Hälfte weitgehend aufgebracht. Die Gäste versuchten das Nürnberger Aufbauspiel frühzeitig an der Mittellinie zu stören und setzten voll auf schnelle Konter. In der 26. Minute bringt Krzynowek die 5. Ecke auf den Kopf vom des aufgerückten Abwehrspielers Marek Nikl, doch sein Kopfball ins rechte untere Eck wird von einem Verteidiger auf der Linie mit einem Befreiungsschlag geklärt. Der Ball kommt über eine Station zu dem am Mittelkreis postierten Ex-Clubspieler Sascha Licht, der mit einem schnellen Spurt Richtung Nürnberger Tor davonzieht. Kurz vor dem 16er kann der mitgelaufene Tomas Kos gegen den agilen Waldhöfer Stürmer klären.
 

Das Spiel jetzt auf sehr schwachen Niveau, geprägt von vielen Fehlpässen der Nürnberger Abwehr im Spiel nach vorne. Chancen eher Mangelware und wenn gefährlich, dann durch Einzelaktionen: in der 32. Minute fast sich Kos aus 35 Meter ein Herz zum Schuss, doch der Ball rauscht 1 Meter am rechten Torpfosten von  Ersatzkeeper Vasili Khamutouski vorbei. Auch Klaus Augenthaler ist der Unmut über die Leistung seiner Mannschaft anzumerken: Als Christian Möckel einen Ball direkt vor den Augen des Trainers ins Aus springen lässt, springt dieser wütend auf und rutscht aufgrund des Schnees aus und landet auf dem Hosenboden. Bis zur Halbzeit springt der Trainer dann zwar kontrollierter auf, lässt seinen Frust über das unkonzentrierte Spiel dafür an einer Plastik-Kühltruhe neben der Trainerbank aus. Die zweite Chance für die wenig offensiven Gäste erspielt sich Dariusz Pasieka, doch sein Drehschuss aus 16 Metern geht ein gutes Stück über das Tor von Andreas Köpke. In der 39. Minute erhält der heute wenig überzeugende Ade Ogungbure für ein dummes Foul an der Mittelinie seine erste Gelbe Karte. In der zweiten Hälfte sollte es ihm sein Mittelfeld-Kollege Stoikos Stoilas gleichtun. Auch bei ihm war es ein unnötiges Foul im Mittelfeld, doch er erhielt in der 66. Minute seine 5. Gelbe Karte und wird im nächsten Spiel fehlen.


Die letzte Chance in der ersten Hälfte lag beim Club, erneut durch eine Einzelleistung: Stoikos Stoilas zog nach einen Abpraller der Waldhöfer Deckung aus 19 Metern ab, doch der anfänglich sehr unsichere Gästekeeper lenkte den Ball zur Ecke.
Mit leichten Unmutsäußerungen der frierenden Fans wurde der Spitzenreiter in die Pause geschickt, wo Trainer Klaus Augenthaler die verunsicherte Club-Mannschaft wieder aufbauen musste.
Den ersten Knallpunkt einer besseren 2. Hälfte setzten die Gäste. Nach einen Ballverlust in der Nürnberger Hintermannschaft kommt ein steiler Pass auf Sascha Licht in den Strafraum, doch Andreas Köpke rettet mit einem artistischen Einsatz an der Strafraumgrenze und kann den Ball sicher aufnehmen. Der Nürnberg Schlussmann, der ja sein Karriereende in der Winterpause angekündigt hatte, machte erneut eine sehr sichere Partie und ließ sich auch nicht von den Schlachtrufen der Gästefans - "Absteiger Köpke" - verunsichern.
Nach 51. Minuten die erste Ecke für Waldhof, auch ein Zeichen für die stark defensive und zurückhaltende Taktik der Gäste. Im Gegenzug bringt Sven Günther die 6. Nürnberger Ecke von der rechten Seite in den 16er von Waldhof. Der Ball wird zu kurz mit den Kopf geklärt und der heranstürmende Krzynowek zieht aus 19 Meter den Ball ganz knapp am linken Pfosten vorbei. Nur 3 Minuten später sollte sich diese Situation wiederholen, nur mit besseren Erfolg für den Club. Erneut eine Ecke von Rechts, diesmal von Stoikos Stoilas, der Ball wird erneut zu kurz abgewehrt und diesmal trifft der polnische Linksaußen des Clubs den Ball aus 18 Meter Mittelposition mit voller Kraft. Der Schuss wird von einem Abwehrspieler unhaltbar für Khamutouski zum 1:0 Führungstor abgefälscht.


Das Tor weckt für einige Minuten die Spielfreude der Mannschaft und die Schlachtgesänge der Fans. Doch Mannheim bleibt mit seinen Kontern gefährlich. Erneut ist es Sascha Licht der in der 59. Minute mit seinen Schuss Andreas Köpke in Bedrängnis bringt. Doch ein Nürnberger Abwehrspieler kann den abgeklatschten Ball aus der Gefahrenzone bringen. Die Cluberer spielen jetzt wieder stärker über Rechts, aber Sven Günther heute mit einem sehr schlechten Flankentag. Mehrfach bleibt er mit seinen Flankenversuchen bereits am ersten Abwehrspieler hängen oder er vertendelt den Ball. In den 84. wird er für Jesus Junior ausgewechselt. Auch das Mittelfeld ohne richtige Antriebskraft: Der schwache Ogungbure wird in der 54. Minute für Armin Störzenhofecker ausgewechselt, der aber ebenfalls blass blieb. Stoikos Stoilas mit mehr Schatten- als Lichtseiten, vielzu häufig kamen seine Anspiele zu ungenau oder er rannte sich am Gegenspieler fest.
Bleibt zu hoffen, das David Jarolim bald wieder fit genug ist und schnell wieder zu seiner gezeigten Form in den Vorbereitungsspielen findet.
In der 70. Minute versucht Uwe Rapolder durch eine komplette Auswechslung von drei Feldspielern letzte Kräfte für den Ausgleich zu mobilisieren, doch die Club-Abwehr bringt das 1:0 trotz einiger Unsicherheiten über die Runden.

Fazit:
Der Club bleibt die Ausnahmemannschaft der 2. Liga, zumindestens was den Erfolg angeht. Die Mannschaft hat zwar noch nicht zu ihrer spielerischen Klasse der Vorrunde zurückgefunden, aber die Fans sind inzwischen auch sehr verwöhnt. Der Club spielt trotz einer nicht so überzeugenden Partie gegen einen starken Gast um Klassen besser als den größten Teil der vorangegangenen Saison.
Mit den heutigen 3 Punkten gegen den Tabellenfünften ist die Mannschaft einen großen Schritt weiter Richtung 1. Liga gegangen. Und die Verfolger des Clubs zeigen zur Zeit auch wenig konstante Leistungen: heute verlor Hannover 96 mit 1:2 in Ahlen.

Autor: R. Hackner   Quelle: www.guenther-koch.de

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